Über Uganda

Uganda ist ein am Viktoriasee gelegener ostafrikanischer Binnenstaat. Uganda grenzt im Norden an den Sudan, im Westen an die Demokratische Republik Kongo, im Süden an Ruanda und Tansania und im Osten an Kenia. Der Äquator verläuft im südlichen Drittel des Landes.

Fläche: 241.040 km2

Ausdehnung: Nord-Süd 600 km, West-Ost 500 km

Höchster Berg: Margherita/Ruwenzori 5.119 m

Längster Fluss: Nil (Viktorianil und Albertnil) mit Kagera, ugandischer Anteil 770 km

Größter See: Viktoriasee, ugandischer Anteil 30.000 km²

 

Klima

Aufgrund seiner Höhenlage herrscht in Uganda ein tropisch-gemildertes Klima. Die Durchschnittstemperatur beträgt in den zentralen Landesteilen zwischen 15°C und 27°C. Im Norden ist es deutlich wärmer. In der Hauptstadt Kampala liegt die mittlere Jahrestemperatur bei 22°C. April und November sind die beiden Regenzeiten. Dann empfängt der größte Teil des Landes Niederschlagsmengen zwischen 1.000 bis 1.500 mm.

 

 

Bevölkerung

Einwohner: 31,4 Mio. (2008)

Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner/km²

Stadtbevölkerung: 14,2 % (2000)

Altersdurchschnitt: 15 Jahre

Größte Städte: Kampala mit ca.1,2 Mio. Einwohner (2002), Jinja (60.000)

Amtssprache: Englisch und Swahili

Lebenserwartung: 43,8 Jahre (2002)

Religion: ca. 41,9 % Katholiken, 35,9 % Protestanten (überwiegend Anglikaner), ca. 12,1 % Moslems (2002)

Armutsquote: 35 % (nach Landeskriterien)

Alphabetisierungsrate: 67,1 % (2000)

Einschulungsquote: 76,5 % (2000)

 

 

Vegetation und Tierwelt

Im Norden des Landes findet man Trocken- oder auch Dornsavanne, im Süden Feuchtsavanne sowie vereinzelt tropische Feucht- und Regenwälder.

Uganda besitzt einen großen Tierreichtum- dazu gehören u.a.: Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel, Antilopen, Zebras, Giraffen und verschiedene Affenarten. Im Bwindi Impenetrable Nationalpark leben noch ca. 300 Berggorillas. Dies ist etwa die Hälfte des weltweiten Bestandes. Über 20.000 Pflanzenarten sind in Uganda heimisch.

 

Geschichte

Ursprung des Menschen

Ostafrika gilt heute als die Wiege der Menschheit. Am Rift Valley haben Wissenschaftler wie Donald Johanson und Yves Coppens im Laufe der Jahre mehr als 2000 fossile Überreste von Hominiden geborgen. Der Ursprung der Menschwerdung wird aufgrund dieser Funde im Gebiet des östlichen Ugandas vermutet.

Frühgeschichte

Über die frühste Geschichte dieser Region weiß man kaum etwas. Schriftliche Zeugnisse dieser Zeit fehlen, ähnlich wie auch in anderen Teilen Afrikas. Man geht davon aus, dass es ab ca. 3000 v. Chr. in Zentralafrika eine Einwanderung von Jäger- und Sammlervölkern gab, die die dort ansässigen Pygmäenstämme immer weiter zurückdrängten.

Die so genannten Bantuvöker betrieben Ackerbau und siedelten vorrangig im heutigen Süden Ugandas an. Anfang des 18.Jahrhunderts gab es zwei große ethnische Gruppen: die Bantustämme (meist Bauern) im Süden und die nilotischen Nomaden im Norden.

Zeit der Königreiche

Ab dem 12.Jahrhundert entwickelten sich in einigen Teilen Ugandas Königreiche. Das erste war das Bunyoro-Kitara Königreich, dass von 1350 bis 1500 seine Blütezeit hatte. Bunyoro blieb zunächst das einflussreichste Königreich. Ende des 17.Jh. erlebte das Königreich Buganda unter Kabaka Metebi einen großen Aufstieg. Mitte des 19.Jh. erstreckte sich Buganda von westlich des Viktoria-Nils entlang des Viktoria-Sees bis zum Akagera-Fluss im Süden. Ca. 1840 kamen die ersten Araber nach Uganda und mit ihnen beginnt eine Islamisierung der Bevölkerung. Ein paar Jahre später gewann das Gebiet für die europäische Kolonisation an Bedeutung. Die Forscher Speke und Grant hatten auf der Suche nach den Quellen des Nils als erste Europäer das Königreich Bunyoro erreicht und John Speke schrieb 1862: „Die Landschaft war wunderschön, nichts kann sie übertreffen. Die Expedition hat nun ihren Sinn erfüllt. Der alte Vater Nil, ohne Zweifel, entspringt dem Viktoria Nyanza.“

19.Jahrhundert- Beginn der Kolonialzeit

Nach dieser Entdeckung kamen protestantische und katholische Missionare ins Land, deren Einfluss sehr bald recht groß wurde. Die Berliner Konferenz 1884/1885 sprach Uganda den Briten zu und 1894 wird Uganda zum britischen Protektorat. British East Africa umfasste das jetzige Uganda und Kenia. Die zuständige British East Africa Company handelte mehrere Verträge mit den Bantu-Königreichen aus. Widerstände seitens der Könige wurden wie 1897, als der König Mwanga mit seinen Truppen die Briten angriff niedergeschlagen. Nach Uganda migrierten kaum europäische Siedler. So blieb das Land zum größten Teil in dem Besitz der ugandischen Bevölkerung. Mitte des 20.Jahrhundert kamen viele Asiaten, vor allem Inder, nach Uganda und übernahmen die wirtschaftliche Führung im Land.

Die Unabhängigkeit und das erste Regime Obotes

Am 9.10.62 wird Uganda in die Unabhängigkeit entlassen. Ein Jahr später folgen die ersten freien Wahlen ohne britische Beteiligung. Milton Obote wurde Premierminister und versuchte schon sehr bald die gesamte Macht und Kontrolle des Staates an sich zu bringen. 1966 setzte er die Verfassung außer Kraft und entließ den Präsidenten. 1971 setzt sich Idi Amin nach einem Militärputsch am 25.1. als neuer Staatschef ein.

Idi Amin (1971-1979

Idi Amin begann mit grausamer Willkür und Gewalt zunächst alle Asiaten außer Landes zu vertreiben. Die Opposition wurde ausgeschaltet und fiele Ugander gingen ins Exil. Amin war ein Moslem und befahl vor allem die Ermordung von Christen. Schätzungsweise verloren fast 400.000 Menschen ihr Leben. 1978 erklärt Amin Tansania den Krieg. Ein Jahr später stürzen tansanische Truppen den Präsidenten. Die Übergangsregierungen konnten keine Stabilität ins Land bringen.

Das zweite Regime Obotes

1980 kehrte Obote aus seinem tansanischen Exil zurück und wurde erneut Präsident. Mehrere oppositionelle Gruppen begannen einen Guerillakrieg. 1982 gründete sich die Widerstandsbewegung National Resistence Army (NRA) unter der Führung von Yoweri Museveni, die mit der Zeit eine organisierte und mächtige Armee wurde. Am 27.7.85 wird Präsident Obote abgesetzt. Auch Obote regierte mit brutalen Mitteln und hinterließ fast 500.000 Tote.

Das neue Uganda

Yoweri Museveni löste am 30.1.1986, nachdem die Rebellen der NRA die Hauptstadt Kampala eingenommen hatten, Tito Okello als Staatschef ab. 1995 verkündete er eine neue Verfassung, das auf der Grundlage eines Movement-Systems aufbaut, d.h. ohne ein Mehrparteiensystem organisiert ist. 1996, 2006 und 2011wird Museveni von der Mehrheit der Wähler als Präsident bestätigt.