Freiwilligenblog Juli 2013

Anfang Juli fingen wir an der Victorian Highschool mit den Proben für das German Language Festival an. Ich hatte mich dazu bereit erklärt Lorenz bei der Vorbereitung der Senior two ein bisschen unter die Arme zu greifen und so bereiteten Lorenz und ich ein kurzes Stück über das Bundesland Baden-Württemberg vor, welches die Schüler eine Woche intensiv mit uns einübten. Am 07.07., einem Sonntag, war es dann so weit. Zu unserer großen Freude gewannen unsere Schüler auch und somit bekam man natürlich eine schöne Bestätigung dafür, dass sich die Arbeit wirklich gelohnt hatte.
Neben der Vorbereitung auf das German Festival, begann ich Anfang Juli auch damit an, einige Schülerinnen der Hilgard Primary School in Netball zu trainieren.
Bei einem Freundschaftsspiel gegen eine andere Grundschule schlugen sich meine Mädchen echt gut und gewannen auch, sodass ich relativ zuversichtlich war, was die Netball-Competition anbelangte, die bevorstand.
Leider, leider wurde der Tag der Netball-Competition zu einem Tag, an dem ich mich so aufregte und voller Wut letztlich den Platz verließ. Denn man hatte alle meine Mädchen disqualifiziert auf Grund von Unstimmigkeiten in Körpergröße und Gewicht in Bezug auf die vorgegebene Norm! Ich regte mich ganz fürchterlich darüber auf, da das ganze Training umsonst gewesen war und meine Mädchen auch völlig enttäuscht waren! Ich legte mich dann noch mit den Normrichtern oder wie man sie nennen möchte an, dass man hätte die Schulen über jene Normen ja vielleicht auch mal früher informieren können und das die Norm so oder so viel zu niedrig gesetzt worden war! Auch andere Schulen hatten das gleiche Problem.
Das, was mich zusätzlich aber so in Rage versetzt hatte, war die Ignoranz und in gewisser Weise Gleichgültigkeit meiner Lehrer über diese ungerechte Disqualifizierung. Das Thema wurde dann mit einem Einfachen: “It’s ok, we can bring some other girls from school!“ abgespeist. Jedoch hatte ich diese Mädchen ja überhaupt nicht trainiert und sie hatten überhaupt keine Ahnung von Netball. Ich musste mich im Übrigen auch erst mit all den Regeln und dem Ganzem drum und dran vertraut machen, da auch für mich diese Art von Sport neu war. Ich hatte wirklich viel Arbeit und zusätzliche Zeit in die Vorbereitung der Mädchen für die Netball-Competition investiert und dann war letztlich alles umsonst gewesen!

Ansonsten neigt sich die Zeit des Unterrichtens ja auch dem Ende zu. Ich schrieb jetzt in den letzten Stunden mit meinen Deutsch-Schülern noch ein Exam. Ansonsten wollte ich die letzte Zeit mit den Kindern lieber für kleine Spiele auf Deutsch verwenden. Gerade kürzlich brachte ich beispielsweise Früchte für die ganze P5 der Early Learning mit und wir spielten ein Ratespiel, bei dem man die Früchte bei verbundenen Augen erschmecken musste und dann auch auf deutsch mit richtigem Artikel zu benennen hatte. In meiner letzten Stunde mit meiner P2 ließ ich ihnen eine Geschichte vor, zu der sie ein Bild zeichnen sollten. Das hat ihnen total gefallen.

Gefühlstechnisch ist es ein Chaos! Dass es tatsächlich nur noch 40 Tage sein sollen, bis wir nach Deutschland zurückkehren sollen, beängstigt mich. Auf einmal geht alles so schnell und ich kann nicht fassen, dass ein Jahr tatsächlich schon sehr bald vorbei sein soll. Ich werde dementsprechend versuchen die letzte Zeit noch so gut wie möglich zu genießen. Reisen werde ich wohl nicht mehr. Lieber die Zeit noch in Entebbe nutzen.

 

von Marleen

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