Freiwilligenblog März 2013

Nun ist Halbzeit vorbei, Endspurt zu sagen ist zwar nicht angebracht aber nichts destotrotz schreitet die Zeit vorbei. Ich kann auch fast sagen, dass mir das Zeit vorbeigehen am meisten zusetzt. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich unglücklich darüber bin, nach Deutschland zu gehen, es liegt daran dass mir nur noch ein halbes Jahr in Uganda bleibt. Viele Projekte fangen an zu laufen, allerdings hätte ich viel mehr Lust ein Teil der Vic High Band zu werden, als jetzt schon aufzupassen, dass sie später auch selbstständig werden, ich würde das neue Sportfeld gerne länger als nur ein Term genießen können und ich würde gerne das Gemüse ernten, was wir in den nächsten Tagen sehen werden. Auch wenn Uganda verlassen nicht heißt, Uganda zu vergessen, Uganda hinter sich zu lassen nagt das schon ein bisschen an mir und lässt die 6 Monate einerseits sehr kurz aber dann auch irgendwie lang erscheinen.

Ganz sicher bin ich mir aber, dass das ein sehr gesunder Prozess ist, immerhin genieße ich die Zeit hier trotzdem und habe Vorfreude, in Deutschland meine Wohnung für länger als 6 Monate einzurichten.

Gerade in den letzten Tagen habe ich viel überlegt, wieso die Arbeit plötzlich überall so gut läuft. Sicherlich hat das auch mit einem Lernprozess bei mir zu tun, der offensichtlich schon ein paar Früchte schlägt aber natürlich brauchen soziale Projekte einfach ihre Zeit sich zu entwickeln. Ich lerne immer mehr Namen von Schülern an meiner Schule, Schüler lernen mich in meiner antiautoritären Art zu respektieren und merken, dass Sportstunden besser laufen und mehr Spaß machen, wenn sie organisiert ablaufen und sie gewinnen Vertrauen zu mir, was gerade bei Musik sehr wichtig ist. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach einem halben Jahr immer noch sagen muss: Jetzt fängt alles an so richtig zu laufen, vielleicht sage ich das auch noch ein drei Monaten, aber so verwerflich und schlimm ist das nicht. Wichtig ist ja nunmal, das Dinge sich entwickeln und dafür ihre Zeit haben.

Zukunftsträchtigkeit meiner Arbeit stelle ich nicht bei allen aber bei den meisten Projekten als sehr wichtig fest. Vor allem dem Computerunterricht muss eine Zukunft ohne Voluntäre ermöglicht werden, weil die Voluntärsarbeit an der Queens leider nicht gesichert ist. Ich gebe den Lehrern Samstags Unterricht, auf einem Managementmeeting werden wir diskutieren, ob ein richtiger, zusätzlicher Computerlehrer von Nöten sein wird. Die Queens baut auch gerade einen neuen Raum, sodass ein Raum in Zukunft nur für Computer und Drucker zur Verfügung stehen wird.
Dass der Sportunterricht weitergeführt wird erhoffe ich mir stark, dass können wir wohl nur erreichen, indem wir den Lehrern zeigen, wie wichtig und unterstützenswert PE ist. Das neue Feld und für die Kinder erfüllende Stunden sind deshalb die beste Maßnahme.
An der Vic High habe ich im Bandleben Solostruktur eingeführt. Einzelne Schüler sind für einzelne Songs verantwortlich indem sie Solostrophen übernehmen. Einerseits wächst die Motivation dadurch enorm, wir arbeiten weit schneller und die Eigenverantwortlichkeit nimmt zu. Ich hoffe dass ich dadurch in Schülern eine noch stärkere Identifikation mit der Band fördere.
Den Garten habe ich vorbereitet, mache jetzt aber nichts mehr sondern warte darauf, dass von den Schülern Initiative kommt. Dass habe ich den Verantwortlichen, Ramadan und Okoth, auch schon gesagt. Neulich hat Ramadan auch eine Gewaltaktion gestartet, ich wollte ihm die Tage nochmal unter die Schultern greifen und dann hoffen, dass die Arbeit weiter gemacht wird.
Meinem Geigenunterricht, der Chorarbeit bei Waamokisa und dem Klarinettenunterricht bei Huyslinci Zukunft zu geben ist sehr schwer, allerdings trägt die Arbeit auch Früchte, wenn das Projekt nicht weitergeführt wird.

 

von Jakob

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